Wo wir arbeiten - was wir fordern

Wir unterstützen die 3. Rhonekorrektion in ihren Zielsetzungen. Wir verlangen jedoch, dass den ökologischen Zielen im heutigen Projektentwurf mehr Beachtung geschenkt wird. Damit das Projekt für alle Beteiligten erfolgreich durchgeführt werden kann, sind von den Kantonen Wallis und Waadt mehrere Hauptpunkte zu berücksichtigen:

» Mehr Raum für die Rhone: An der Rhone soll eine Perlenkette von grossen Flussraumaufweitungen entstehen. Deshalb ist der vom Synthesebericht (Kanton Wallis 2000) und vom Sachplan (Kanton Wallis 2005) vorgesehene Rhone-Freiraum teilweise anzupassen und punktuell zu erweitern.

» Mehr Dynamik für die Rhone: Der Rhone wird überall wo möglich ihre dynamische Eigengestaltung zurückgegeben. Dort soll sie selbständig ihr Ufer und ihre Sohle gestalten. Das erhöht nicht nur den ökologischen Wert des Flusses, sondern bedeutet auch eine massive Erhöhung der Hochwassersicherheit.

» Die Ebene vernetzen: Die Lebensräume entlang der Rhone werden wieder miteinander vernetzt. Die Forderungen und Vorschäge des Kantonalen Vernetzungskonzepts (REC) sollen umgesetzt werden. Dazu gehört auch die Verbreiterung und Revitalisierung der Zuflüsse und Kanäle in der Ebene, sowie die Erhaltung und Aufwertung wertvoller Wälder und Uferabschnitte entlang der Rhone.

» Natürliches Abflussregime fördern: Zur Eindämmung der unnatürlichen Wasserschwankungen soll das Wasser aus den Stauseen kontinuierlich in die Rhone zurückgegeben werden. Ein natürlicheres Abflussregime hilft die Wasserqualität zu steigern, und es dient der Arterhaltung und Etablierung typischer Pflanzen und Tiere von Flusslandschaften.

» Wasserqualität und Selbstreinigungspotential fördern:  Natürliche Flussabschnitte mit breiten Uferstreifen und Pufferzonen sollen helfen, den Eintrag und Abbau von Nähr- und Schadstoffen besser in den Griff zu kriegen.

» Erlebnisräume öffnen: In den entstehenden Naturräumen erleben die Menschen die Kraft der Natur. Damit die Leute unbeschwert in den Lebensraum Rhone eintauchen  können, braucht es ein nachhaltiges Mobilitätskonzept. Die Erschliessung der Erlebnisräume soll vor allem durch den öffentlichen Verkehr stattfinden. In den Kerngebieten soll der Langsamverkehr (Fussgänger, Velo, etc.) die tragende Rolle übernehmen.

» Alle Interessengruppen einbeziehen: In jeder Projektphase sollen alle beteiligten Interessengruppen zur Mitarbeit in den Arbeits- und Begleitgremien eingeladen werden. Mögliche Konflikte sollen frühzeitig erkannt und gelöst werden.

Wenn Sie mehr zu den einzelnen Flussabschnitten im Rhonetal und über die detaillierten Forderungen der Umweltverbände an die 3. Rhonekorrektion wissen wollen, drücken sie oben auf die interaktive Karte...

Naturwerte im Rhonetal

Das Kantonale Vernetzungskonzept (REC = Réseau Ecologique Cantonal pour la plaine du Rhône) stellt zu den einzelnen Flussabschnitten (Corepils) ein Inventar der Naturwerte entlang der Rhone bereit. Es schlägt Strategien zum Schutz, zur Förderung und Vernetzung dieser Naturräume vor. Einige ausgewählte Naturwerte im Rhonetal sind...

Der Pfynwald ist ein Auengebiet und Föhrenwald von nationaler Bedeutung. Das Naturschutzgebiet und neuerdings auch „Naturpark Pfyn/Finges" umfasst die grössten Föhrenwälder der Schweiz, die ungebändigte Rhone und eine einmalige Seenlandschaft. Es ist der einzige Ort im Rhonetal, wo der Fluss auf 7 km und 350 ha noch wild fliessen kann.

>mehr dazu

Poutafontana: Das kantonale Schutzgebiet, Feuchtgebiet und Amphibienlaichplatz von nationaler Bedeutung ist als einer der letzten grossen Feucht- und Moorstandorte im Zentralwallis ein sehr wichtiger Naturwert im Rhonetal.

 

>mehr dazu

Der Talhang „Les Follatères” am Rhoneknie ist klimatisch gesehen die Grenze zwischen dem feuchten Klima der Alpen am Genfersee (atlantisch) und dem trockenen Klima des Zentralwallis (kontinental). In der Talebene bildet „Les Etangs du Rosel” einer der letzten wertvollen Feuchtgebietsstandorte. Das Naturschutzgebiet ist ein Amphibienlaichplatz von nationaler Bedeutung.

>mehr dazu

Les Rigoles de Vionnaz ist ein Flachmoor von nationaler Bedeutung. Es ist das nährstoffärmste Moor der ganzen Rhoneebene und bietet Unterschlupf für wertvolle und seltene Arten von Hochmoorstandorten.

 

>mehr dazu

Les Iles des Clous und Les Grangettes sind Auengebiete von nationaler Bedeutung. Die auentypische Vegetation bei Iles des Clous besteht zu 93 Prozent aus Hartholzauen. Hartholzauen gehören zu den artenreichsten Lebensräumen Mitteleuropas.
Les Grangettes hat eine aussergewöhnliche Bedeutung als Rast- und Überwinterungsplatz für Zugvögel und als Brutort bedrohter Vogelarten. Altwässer der Rhone, ausgedehnte Schilfbestände und Riedgesellschaften, Moore, sowie uferbegleitende Feuchtwälder und Auenstandorte prägen das Landschaftsbild.

>mehr dazu

HIGH-LIGHTS

Im Rhonetal gibt es drei grosse Naturräume, die vom WWF Schweiz zu Smaragdgebieten nominiert wurden!

Smaragd ist das europäische Netzwerk für gefährdete Tiere, Pflanzen und Lebensräume. Mit dem Smaragd-Projekt und seinem Pendant in der EU – Natura 2000 – sind die europäischen Länder aufgefordert, bis Ende dieses Jahrzehnts genügend Schutzgebiete zu schaffen, um das europäische Naturerbe zu erhalten.

>mehr dazu

Der Pfynwald ist für das Wallis und die Waadt die Referenzstrecke eines natürlichen Flusslaufs. Die 3. Rhonekorrektion sollte dies in ihren Ideen, Projektplänen und Massnahmen berücksichtigen.